Dr. K. H. Eberle Stiftung

Universität Konstanz

Die Dr. K. H. Eberle Stiftung lobt für wissenschaftliche Vorhaben an der Universität Konstanz einen jährlichen Preis bis zu 500.000 Euro aus. Die gestifteten Mittel werden auf Wunsch des Stifters stark leistungsorientiert und im Wege eines Wettbewerbes an der Universität Konstanz vergeben.

Dabei sollen vor allem solche Projekte unterstützt werden, die die Verbindung von Wissenschaft, Forschung und praktischer Anwendung in den Vordergrund stellen. Es gibt keine Beschränkung auf bestimmte Fachbereiche, entscheidend ist, ob das Projekt neue, zukunftsweisende Ideen bringt und damit Innovationskraft besitzt. Unterstützt wird auch die Profilbildung 

Mit der Universität Konstanz hat Dr. K. H. Eberle eine junge Universität ausgewählt, die im Bodenseeraum als Leuchtturm Strahlkraft hat. Er hat mit Konstanz und dem Bodenseeraum enge Verbindungen, so lebte er phasenweise im Steigenberger Insel Hotel und erledigte von dort seine Geschäfte. 

Finden Sie hier die bisherigen Preisträger und Informationen zu den geförderten Projekten und Impressionen der festlichen Preisverleihungen.

"Duetto im Mondschein", 2016, Claire Ochsner, Foto: Universität Konstanz zum 50. Jubiläum der Universität Konstanz
"Die Partnerschaft mit der Dr. K. H. Eberle-Stiftung ist für die Universität Konstanz ein ungemein wichtiger und starker Stützpfeiler ihres Erfolges als Exzellenzuniversität."
Prof. Dr. Kerstin Krieglstein
Rektorin der Universität Konstanz
"Die Bandbreite der uns vorgestellten Forschungsprojekte zeigt uns, dass die Universität Konstanz den Titel Exzellenzuniversität zu Recht führt."
Thomas Schwind
Vorstandsvorsitzender der Dr. K. H Eberle Stiftung

Preisträger 2018

Hauptpreis

Jun. Prof. Dr. Nicolas Detering
Prof. Dr. Kirsten Mahlke
Prof. Dr. Albrecht Koschorke
"Kulturen Europas in einer multipolaren Weltordnung"

Die Zukunft Europas steht 2019 im Zentrum öffentlicher Debatten. An der Universität Konstanz wird mit dem Dr. K. H. Eberle-Forschungszentrum „Kulturen Europas in einer multipolaren Welt“ eine neue kulturwissenschaftliche Europa-Forschung initiiert. Das Zentrum, ermöglicht durch den Preis der Dr. K. H. Eberle Stiftung, wird in Zeiten eines welthistorischen Umbruchs neue Europa-Konzeptionen jenseits des Eurozentrismus diskutieren und die Dynamik der Eigen- und Fremdbilder Europas historisch und systematisch neu erforschen. Global ausgerichtet dient es als Basis der Nachwuchsförderung und wird die internationalen, insbesondere außereuropäischen Partnerschaften der Konstanzer Kulturwissenschaften durch Einladungen von Fellows u.a. aus Südamerika, Asien und Afrika verstärken.

Indem es den internationalen Konstanzer Master-Studiengang „Kulturelle Grundlagen Europas“ fördert und ein neues Doktorandenkolleg zu „Europa nach dem Eurozentrismus“ einwerben möchte, soll es als Plattform zur Nachwuchsförderung sowie als Mittel kulturwissenschaftlicher Profilbildung dienen.

 

Dabei gehen die Preisträger Korschorke, Mahlke und Detering in ihrer Forschung von einem widersprüchlichen Befund aus: „Europa hat nicht mehr die dominierende globale Stellung, die es über Jahrhunderte hatte. Gleichwohl bildet der Kontinent aus der Perspektive vieler Weltregionen seit der Nachkriegszeit ein wichtiges und bewundertes Modell politischer, rechtlicher und kultureller Integration.“

Das Zentrum wird darüber hinaus gesellschaftlich aktuelle Themen aufgreifen, die es im Sinne eines offenen und kritischen Dialogs in der akademischen wie nicht-akademischen Öffentlichkeit zur Diskussion stellen wird.

Am Freitag, 5. Juli 2019, wurde das neue Forschungszentrum mit einem wissenschaftlichen Workshop im Kulturwissenschaftlichen Kolleg und einem anschließenden öffentlichen Podiumsgespräch im Stadtzentrum feierlich eröffnet.

Kontakt: Prof. Dr. Albrecht Koschorke & Prof. Dr. Kirsten Mahlke

Impressionen Preisverleihung 2018

Preisträger 2016

Hauptpreis

Prof. Dr. Sebastian Polarz
Prof. Dr. David Schleheck
"Nano App" Nanofabriken auf Oberflächen
zum Schutz vor bakterieller Besiedlung

Die im November 2016 mit 300.000 Euro dotierte Auszeichnung erhalten der Chemiker Prof. Dr. Sebastian Polarz und der Biologe PD Dr. David Schleheck für ein gemeinsames interdisziplinäres Projekt zum Schutz vor bakterieller Besiedelung auf Oberflächen. Dazu werden sie sogenannte Nanofabriken entwickeln.

Bakterielle Erreger stellen ein erhebliches Problem dar. Beispielsweise geht eine gravierende Zahl von schwerwiegenden Erkrankungen nach Operationen auf Infektionen mit Antibiotika-resistenten Keimen zurück. Zu verhindern, dass Bakterien auf Oberflächen anhaften und sogenannte Biofilme bilden können, ist daher von zunehmend großem Interesse. Jedoch ist das nicht so einfach, da zukünftige Lösungsansätze für das Problem nicht auf Antibiotika basieren dürfen, um keine weiteren Resistenzen zu erzeugen.
Das Team um den Materialwissenschaftler Sebastian Polarz und den Biologen David Schleheck geht deshalb einen anderen Weg. Ihre Idee besteht darin, auf den Oberflächen miniaturisierte Fabriken aufzubringen, die einen Cocktail chemischer Verbindungen erzeugen. Die freigesetzten Stoffe schädigen dann gezielt Bakterien, die auf den Oberflächen wachsen wollen, stellen aber keine Gefahr für den Menschen dar. Die Fabriken bestehen aus winzigen Teilchen, sogenannten Nano-partikeln, eines „Schwammes“ mit extrem kleinen Hohlräumen, den Poren. Die Poren weisen mit fünf Nanometern einen Durchmesser auf, der lediglich ein Zehntausendstel des Durchmessers eines Haares beträgt, und sie beherbergen die aktiven Komponenten für die Generierung der antibakteriellen Stoffe. Zum Beispiel können hochreaktive Sauerstoffspezies freigesetzt werden, gegen die sich die Keime nicht verteidigen können. Oder spezielle Enzyme auf und in den Partikeln beginnen die geschwächten Bakterien zu verdauen. 

Die Forscher verfolgen zwei Visionen: Zum einen sollen verschiedene Partikel auf den Oberflächen so zusammenwirken, dass sich eine noch viel stärkere antibakterielle Aktivität ergibt, als dies nur mit einer Sorte von oberflächengebundenen Teilchen möglich wäre. Zum anderen sollen irgendwann die Nanofabriken autark werden. Das bedeutet, dass alles, was für die Produktion der Wirkstoffe erforderlich ist, nicht von außen zugeführt werden muss, sondern dass sie es selbst aus der Umgebung entnehmen.

Kontakt:  Prof. Dr. Sebastian Polarz & Prof. Dr. David Schleheck 

Profilbildung

"Shared Classroom"
Digitalisierung der Lehre
an der Universität Konstanz

Der Förderung der Dr. K.H. Eberle Stiftung für das Projekt „shared classroom“ an der Universität Konstanz ermöglicht, dass die Universität Konstanz ihr digitales Lehrangebot auf zwei Ebenen ausbauen und somit das Profil der Universität stärken kann: Durch digitale Lehrangebot kann ein komplementäres, zusätzliches Kursangebot in denjenigen Fachrichtungen stattfinden, in denen die Universität keine Professur und kein eigenes Lehrangebot anbieten kann. Den Studierenden können somit insgesamt mehr und zusätzliche Lehrangebote zur Verfügung gestellt werden (auch zu anderen und zusätzlichen Zeiten).

Zum anderen könne Mitglieder der Universität auf diese Weise in Bereichen, in denen sie aktuell lehren auch gemeinsame Angebot mit Kolleginnen und Kollegen an der Partnerhochschulen entwickeln und anbieten.
Darüber hinaus haben die Studierenden mittels dem „shared classroom“ die Chance ihre Medienkompetenz auszubauen, die für den Übergang in die sogenannte Arbeitswelt 4.0 immer wichtiger wird.
Mittels einer internen Ausschreibung, welche sich an der Richtlinie der Dr. K. H. Eberle Stiftung orientierte, konnten bereit vier Pilotmasterseminare realisiert werden:

1.  „International Talent Management and Human Resource Management“ mit der Singapore Management University, Prof. Dr. Florian Kunze

2. „Formale Logik, Argumentation und Künstliche Intelligenz im Recht“ mit der Universität Bologna (Italien), Prof. Dr. Matthias Armgardt

3. „Internationally Shared Classroom in Teacher Education“ mit der Utrecht University (Niederlande), Prof. Dr. Thomas Götz

4. „Digitale Transformation in Deutschland und Estland“ mit der Tallinn University of Technology (Estland), Prof. Dr. Ines Mergel


Kontakt: Prof. Dr. Malte Drescher 

 

Impressionen Preisverleihung 2016

Fotos: Universität Konstanz

Texte: Mit freundlicher Unterstützung der Stabstelle Kommunikation und Marketing