Dr. K. H. Eberle Stiftung

Eberhard Karls Universität Tübingen

Die Dr. K. H. Eberle Stiftung lobt für wissenschaftliche Vorhaben an der Universität Tübingen einen jährlichen Preis in Höhe von bis zu 300.000 Euro aus. 

Dabei sollen vor allem solche Projekte unterstützt werden, die die Verbindung von Wissenschaft, Forschung und praktischer Anwendung in den Vordergrund stellen. Es gibt keine Beschränkung auf bestimmte Fachbereiche, entscheidend ist, ob das Projekt neue, zukunftsweisende Ideen bringt und damit Innovationskraft besitzt.

Zudem fördert die Stiftung das Tübinger Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen mit weiteren 200.000 Euro pro Jahr. Das neue Lehr- und Lernzentrum wird  Studierende und NachwuchswissenschaftlerInnen an der Universität Tübingen beim Aufbau von Kompetenzen und Fertigkeiten im Umgang mit innovativen Methoden und Werkzeugen für die Erhebung, Analyse und Visualisierung unterstützen.

Der Stifter, Dr. Karl Helmut Eberle hat in den 1950er Jahren in Tübingen Medizin studiert und dort auch promoviert. Er blieb Zeit seines Lebens mit der Universität verbunden. 

Finden Sie hier die bisherigen Preisträger und Informationen zu den geförderten Projekten und Impressionen der festlichen Preisverleihungen.

„Die Dr. K. H. Eberle Stiftung gibt uns die einzigartige Möglichkeit, innovative und ungewöhnliche Forschungs- und Lehrprojekte voranzubringen.“
Prof. Dr. Bernd Engler
Rektor der Universität Tübingen
"Mit der Förderung seiner
Alma Mater Tübingen
erfüllen wir einen Herzenswunsch des Stifters."
Dr. Alexandra Zoller
Mitglied des Vorstandes

Preisträger 2019

Hauptpreis

Prof. Dr. Holger Bettinger
JProf. Dr. Ivana Fleischer
Dr. Jochen Neumeier

"Molekulare Solarthermiesysteme

als alternative Energieträger"

Profilbildung

Universität Tübingen
Schlüsselübergabe: "Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen"

Der Dr. K. H. Eberle – Preis 2019 an der Universität Tübingen geht an Prof Dr. Holger Bettinger, Frau JProf. Ivana Fleischer und Dr. Jochen Neumeier aus dem Institut für Organische Chemie. Sie arbeiten an der Weiterentwicklung einer alternativen Speicherform für Sonnenenergie. Bei der Molekularen Solarthermie (MOST) wird Solarenergie in Form von chemischer Energie in einem Molekülpaar gespeichert.

Dabei fungiert als Energiespeicher ein Stoff, der durch Sonnenlicht in eine energiereichere Form umgewandelt wird. Ein Katalysator setzt die gespeicherte Energie wieder frei und macht sie als Wärme nutzbar. Weil es dafür Mo-lekülpaare mit speziellen Eigenschaften brauche – zum Beispiel eine hohe Energiespeicherdichte – sind MOST-Systeme noch nicht auf dem Markt etabliert. Die Arbeitsgruppe stieß auf ein Molekülpaar, das sehr gut für die Speicherung von Sonnenenergie geeignet scheint. In einem nächsten Schritt will das Team für eine bessere Absorption des Sonnenlichts sorgen und entsprechende Katalysatoren optimieren. „Wir wollen Langlebigkeit und Effizienz des Systems erforschen und so ein anwendbares MOST-System entwickeln“, erklären die Forscher. „Dies ist unser Beitrag zu einer CO2-neutralen und ressourcenschonenden Energieversorgung.“

Kontakt: Prof. Dr. Holger Bettinger

Mit dem „Dr. Eberle – Zentrum für digitale Kompetenzen“ wird ein generelles und nachhaltiges Angebot an alle Studierenden der Universität Tübingen geschaffen, um den Herausforderungen der Digitalisierung zu begegnen.  Der Schwerpunkt liegt im Aufbau von fächerübergreifenden Kompetenzen und Fähigkeiten im Umgang mit digitalen Methoden und Werkzeugen. Dies soll allen Studierenden offen stehen, um sowohl im wissenschaftlichen Bereich, aber auch in anderen Berufsfeldern erfolgreich und zukunftsorientiert agieren zu können. Dabei sollen das Erlernen von 3D Technologien, Datenvisualisierung, Erarbeitung von Datenbanken, Webseiten Entwicklung, maschinenlesbare Texte erstellen ermöglicht werden.

Das „Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen“ mit dem e-Science-Center der Universität kooperieren. Dessen Mitarbeiter unterstützen und beraten bereits bei laufenden Forschungsprojekten. Sie haben ein Datenarchiv aufgebaut, das besonders den Geistes- und Sozialwissenschaften die langfristige Archivierung von Forschungsdaten ermöglicht. Mit dem neuen Dr. Eberle Zentrum für digitale Kompetenzen sollen nunmehr auch digitale Lehrmodule und Kurse für berufsorientierte Angebote des Career Service entwickelt werden. Das Zentrum soll zudem eng mit den Fachbereichen Medieninformation und Medienwissenschaft sowie der Wissenschaftskommunikation in der Rhetorik zusammenarbeiten.

Preisträger 2018

Hauptpreis

Prof. Dr. Ulrich Lauer
"Neuartige Masern-Virostatika als Schlüssel für die globale Eradikation von Masern Viren"

Der Dr. K. H. Eberle – Preis 2018 an der Universität Tübingen geht an die Arbeitsgruppe „Virotherapie“ des Medizinzers Professor Ulrich Lauer. In der Abteilung Klinische Tumorbiologie am Universitätsklinikum Tübingen entwickelt das Team seit längerem Virotherapeutika gegen Krebs sowie gegen Hemmstoffe gegen lebensbedrohliche Virus-Infektionen.

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler arbeiten an einem neuartigen Masern-Virostatika, also Wirkstoffen, die Viren bei der Vermehrung hemmen. Die hochansteckenden Masern gälten in Asien und Afrika immer noch als eine der häufigsten Todesursachen bei Kleinkindern, sagt Lauer.

In Europa und in den USA sei die Krankheit in den letzten zwar immer weiter zurückgedrängt worden, da die öffentliche Akzeptanz für der Impfung schwinde, befürchtet man einen kritischen Rückgang der Immunitätsrate.

Ziel der Forschungsgruppe ist es, Masern-Virostatika in naher Zukunft klinisch verfügbar zu machen. So könnten speziell bei Menschen ohne Impfung bereits laufende Masern-Erkrankungen möglichst frühzeitig gestoppt werden oder sogar bei noch nicht erkrankten Kontakt-Personen ganz verhindert werden. „Mit dieser Strategie könnten einzelne lokale Masern-Ausbrüche so rasch wie möglich eingedämmt werden“, so der Mediziner Lauer. „Dies bietet uns eine Perspektive, Impf-Lücken mit dem Einsatz von Masern-Virostatika zu kompensieren. Das von der Weltgesundheitsorganisation WHO vor Jahren ausgegebene Ziel einer weltweiten Ausrottung der Masern – so wie die bereits in den 70er Jahren erreichte Pocken-Eradikation – könnte damit in greifbare Nähe rücken.“

Kontakt: Prof. Dr. Ulrich Lauer

Impressionen Preisverleihung 2018

Preisträger 2017

Hauptpreis

Prof. Dr. Robert Feil
Dr. Susanne Feil
Prof. Dr. Bernd Pichler
"Nicht invasive Visualisierung und Verfolgung spezifischer Zellpopulationen mittels Positronen-Emissions-Tomografie"

In dem ausgezeichneten Projekt „Nicht-invasive Visualisierung und Verfolgung spezifischer Zellpopulationen mittels Positronen-Emissions-Tomographie (PET)“ entwickeln Naturwissenschaftler und Mediziner gemeinsam neue Methoden zur Erforschung von Krankheiten wie Alzheimer und Diabetes, die weniger Versuchstiere benötigen, diese geringer belasten und gleichzeitig gut übertragbare Ergebnisse auf Krankheitsverläufe beim Menschen liefern.

 

Das molekulare Verständnis von Krankheitsverläufen spielt bei der Entwicklung von neuen Therapien eine große Rolle. Deshalb entwickelten die Preisträger das sogenannte „PET-basierte Cell-Tracking“, um Zellen in Mäusen nichtinvasiv sichtbar zu machen. Dabei kann ein künstliches PET-Reporter-Enzym in jedem Zelltyp der Maus gebildet werden und bewirken, dass sich in den ausgewählten Zellen eine radioaktive Substanz, der sogenannte PET-Tracer, ansammelt. Die für das Tier ungefährliche radioaktive Strahlung wird mittels moderner bildgebender Verfahren auf dem Bildschirm sichtbar gemacht. Markierte Zellen lassen sich so über Wochen in lebenden Mäusen verfolgen.  Erste Versuche hatten bereits das Potenzial der Methode gezeigt, Tierversuche zu verfeinern und zu reduzieren. Nun wollen die WissenschaftlerInnen die Reproduzierbarkeit und den Einsatz der neuen Methode in unterschiedlichen Zellpopulationen evaluieren. Sie erhoffen sich davon neue experimentelle Ansätze und Anwendungsmöglichkeiten in der biomedizinischen Grundlagenforschung wie auch bei der Untersuchung krankheitsbezogener Fragestellungen.

 

Kontakt: Prof. Dr. Robert Feil

Impressionen Preisverleihung 2017

Fotos: Universität Tübingen / Friedhelm Albrecht

Texte: Mit freundlicher Unterstützung der Hochschulkommunikation